On the Frontlines of Hunger

19.12.2025

On the Frontlines of Hunger

Während viele Krisen täglich in den Schlagzeilen stehen, bleiben andere fast unsichtbar. On the Frontlines of Hunger lenkt den Blick auf genau diese vergessenen Orte – und auf eine humanitäre Not, die bis heute anhält.

Während die Medien fast ausschliesslich über den Krieg in der Ukraine oder den Konflikt im Gazastreifen berichten, geraten andere Krisen immer mehr aus dem Blickfeld. Eine der schwersten humanitären Katastrophen unserer Zeit spielt sich gerade in Teilen Afrikas ab – und nur wenige nehmen davon Notiz. Genau hier setzt der Dokumentarfilm On the Frontlines of Hunger an.

Er zeigt eindrücklich, wie dramatisch die Lage in Tigray, Äthiopien, ist. Der Bürgerkrieg von 2020 bis 2022 hat ganze Landstriche zerstört. Kaum war der Krieg vorbei, folgten die Folgen der Klimakrise und massive Nahrungsmittelknappheit. Für die Menschen vor Ort bedeutet das tägliche Überleben unter extrem schwierigen Bedingungen – und die Gefahr einer Hungersnot bleibt gross. Ironischerweise beginnt der Film mit einem Rückblick auf das Live-Aid-Konzert 1985, das damals weltweit Spenden für die Hungersnot in Äthiopien sammelte. Diese Szene macht deutlich, wie wenig sich in vier Jahrzehnten verändert hat: Hunger ist kein neues Problem, aber eines, das die Welt immer wieder vergisst und das selbst nach einer Lösung schnell durch politische Krisen zurückkehren kann.

Besonders schockierend ist, wie eingeschränkt der Zugang zu den betroffenen Gebieten ist. Nur wenige können überhaupt vor Ort berichten. Magnus MacFarlane-Barrow von Mary’s Meals gehört zu diesen wenigen. Er besucht die Region, dokumentiert das Leid der Menschen und macht die internationale Öffentlichkeit darauf aufmerksam. Mary’s Meals startete 2002 mit der Unterstützung von 200 Kindern in Malawi und erreicht heute über 2,5 Millionen Kinder in 16 der ärmsten Länder der Welt. Das zeigt: Hilfe ist möglich – auch wenn sie die politischen Ursachen der Krise nicht lösen kann.

On the Frontlines of Hunger beschönigt nichts. Er zeigt zerstörte Existenzen, Angst und eine unsichere Zukunft. Gerade deshalb ist der Film so wichtig: Er lenkt den Blick auf vergessene Krisen und macht deutlich, dass humanitäre Not real ist und nicht ignoriert werden darf. Gleichzeitig appelliert er an die Zuschauer: Es reicht nicht, die Probleme nur wahrzunehmen – wer kann, sollte sich engagieren oder Organisationen unterstützen, die den Menschen vor Ort konkret helfen. Der Film zeigt, dass die vergessenen Krisen Afrikas unsere Aufmerksamkeit brauchen – und dass jeder Beitrag zählt.

Mohammad Rezaeian

Titel: On the Frontlines of Hunger (2025)
Genre: Dokumentarfilm
Thema: Hungerkrise, Bürgerkrieg und humanitäre Hilfe in Äthiopien
Verfügbar auf: YouTube

Filmtrailer: https://www.youtube.com/watch?v=BePQK39Zayk&t=22s

Film: https://youtu.be/6zVCATe_-LM?si=IkAlV0-ONnMdTM3T