Goya, Carrière & The Gost of Buñuel

01.12.2022

Goya, Carrière & The Gost of Buñuel

Im Dokumentarfilm von José Luis Lopez-Linares macht sich der Schriftsteller Jean-Claude Carrière auf eine Reise nach Spanien. Er will noch einmal die Orte besuchen, an denen der Maler Francisco de Goya gewirkt hat. Mit «Goyas Geister» hat Carrière seinem Vorbild Goya ein Drehbuch gewidmet, das 2006, als letzte Regiearbeit von Miloš Forman, verfilmt wurde. Der Besuch bei Goya wird für den 90-jährigen zu einer Abschiedsreise. Carrière stirbt, bevor der Dokumentarfilm in die Kinos kommt.

Seit den Sechzigerjahren und dem Beginn von Carrières Karriere als Drehbuchautor bestand eine intensive Zusammenarbeit mit dem spanischen Regisseur Luis Buñuel, aus der sich eine Lebenslange Freundschaft ergab. So verwundert es nicht, dass Carrière auf den Spuren Goyas immer wieder seinem verstorbenen Freund Buñuel begegnet, der wie der Maler aus Aragon stammte.

Im Prado in Madrid steht Carrière vor den zwei Majas von Goya. Die gleiche Frau liegt in derselben Pose auf einer Chaiselongue. Einmal ist sie nackt, einmal bekleidet. Ihr Blick ist auffordernd. «Jedes Mal stelle ich mir die gleiche Frage: welche ist mir lieber?», sagt Carrière gedankenversunken.

Carrières Blick auf Goyas Gemälde ist liebevoll. Die Filmszenen, in denen er das Publikum an seinem Zwiegespräch mit ihnen teilhaben lässt, sind die berührendsten Momente des Filmes. Carrières Interpretationen sagen viel über den Betrachter selbst aus. Als sich Carrière im Prado von den Majas verabschiedet, wird er wohl gewusst haben, dass der Abschied für immer ist.

Eva Meienberg

«Goya, Carrière & The Gost of Buñuel», Portugal, Spanien, Frankreich 2022, Regie: José Luis López-Linares, Besetzung: Jean-Claude Carrière, Cristina Otero Roth,; Verleih: xenixfilm.ch

Bildnachweis: Die nackte Maya (1795-1800) von Francisco de Goya © xenixfilm.ch

Kinostart: 1. Dezember 2022